Der hydraulische Rettungssatz

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Der Rettungssatz bildet das Rückgrat der patientengerechten Rettung. Dies bedeutet eine schonende Rettung von Personen aus Zwangslagen, wie beispielsweise aus verunfallten Fahrzeugen.

Spreizer

Erster Teil des Rettungssatzes ist der Spreizer, mit dem Fahrzeugteile verformt und zur Seite gedrückt werden können. Dies bietet die Möglichkeit, Fahrzeugtüren aus den Verankerungen zu lösen, um so einen Zugang zum Patienten zu erhalten. Auch das Anheben von schweren Objekten zur Befreiung von Personen ist mit ihm möglich. Die Spreizer der Feuerwehr Königsbrunn haben einen Spreizweg von ca. 70cm und können eine Spreizkraft je nach Ansatzpunkt am Spreizer von 5,4 t bis 33 t aufbringen. Je weiter vorne die Kraft angreift, desto weniger Spreizkraft kann ausgeübt werden. Der Spreizer wiegt über 20 kg und verlangt so den Einsatzkräften einiges ab. Diese müssen ihn oft in schwierigen Haltungen bedienen, was den Einsatz noch anstrengender macht. Er wird im Einsatz von einem Feuerwehrmann bedient, um zu vermeiden, dass ein anderer beim Halten des Gerätes zwischen die Spreizbacken gerät.

Weitere Geräte zum Spreizen beziehungsweise Wegdrücken von Objekten stellen die Rettungszylinder dar. Sie können mit einer Kraft von bis zu 27 t eine Länge von maximal 1,60 m erreichen. Dies wird vor allem dann eingesetzt, wenn die Fahrzeugfront im Einsatz für längere Zeit nach vorne gedrückt werden soll und bei Entfernung der Zylinder wieder zurückklappen würde. Die Zylinder können, wie alle anderen hydraulischen Teile des Rettungssatzes, unter Last durch ein spezielle Schnellkupplungen vom System abgekuppelt werden und halten ihre Position.

SchereDie Rettungsschere stellt einen weiteren Teil des Rettungssatzes dar. Dank ihrer Schneidkraft von bis zu 105 t ist es möglich, auch stärkste Werkstoffe zu schneiden und eine schnelle Befreiung von eingeklemmten Fahrzeuginsassen zu bewerkstelligen. Sie kann auf 17 cm geöffnet werden und zieht dank der speziellen Form der Schneiden, der sogenannten Papageienform, das Schnittgut zu sich heranziehen, um die maximal mögliche Schneidkraft aufzubringen. Diese nimmt wie beim Spreizer ab, je weiter vorne sich das Schnittgut befindet. Mit dieser Rettungsschere können Rundmaterialien von ca. 43 mm Durchmesser durchtrennt werden.

Die Geräte werden von einem Hydraulikaggregat gespeist. Dieses leistet einen Nenndruck von 630 bar. Dies entspricht einer Kraft von 630 kg pro Quadratzentimeter oder dem 120-fachen Druck einer üblichen Wasserleitung.

 

VU Beispiel


Mit diesen Geräten ist es möglich, auch stark verformte Fahrzeuge so zu öffnen, dass eine Rettung der darin eingeschlossenen Personen möglich wird. Neue Innenraumkonzepte und verstärkte Fahrgastzellen in Fahrzeugen stellen die Feuerwehren jedoch vor immer größere Herausforderungen. So ist es nicht einfach möglich, die B-Säule eines Fahrzeugs der aktuellen Oberklasse mit der Rettungsschere zu durchtrennen. Rettungskarten, welche bereits vom ADAC als Pflicht gefordert werden, helfen der Feuerwehr dennoch geeignete Öffnungsmöglichkeiten für die Rettung der Patienten zu finden. Dieser Zeitvorsprung kann im Notfall über Leben und Tod der Insassen entscheiden.

Erfahren Sie mehr zur Rettungskarte in Fahrzeugen beim ADAC

 

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